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Glassiquette statt Glasshole: Blog-Parade für den Google-Glass-Knigge

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Im März war das Thema meiner Blog-Parade If I Had Glass, also die Frage nach dem konkreten Anwendungsfall zur Google-Brille. Heute trafen die letzten Beiträge mit etwas Verspätung ein. Ich bat um Pro- und Contra-Beiträge und wie erhofft kamen auch ein paar kritische Beiträge. Contra? Zum einen von Rechtsanwalt Thomas Schwenke eine Einschätzung der rechtlichen Lage und von Stefan Evertz seine Pro-/Contra-Liste bei Brandwatch-Deutschland.

Wir Deutschen…

Wer die Gepflogenheiten in der japanischen U-Bahn kennt: Kein Telefonieren in der Öffentlichkeit! In Deutschland dagegen wird heute noch der Einsatz von Handys im Meeting zur Diskussion gestellt und gleichzeitig ein Telefonjunkie belächelt, der seine Kreditkartendaten in der Öffentlichkeit hinausposaunt.

Daraus entstand bei mir die Gedanke: Wir können darauf warten, was der Gesetzgeber zu Google Glass sagt. Wäre sicher die „Deutsche Art und Weise„. Doch unser Bild von „Privacy“ und Datenschutz ist kein weltweises Phänomen. Das zeigte auch die Untersuchung von Brandwatch zum Google-Glass-Buzz.

Video: Harper Reed zum Thema Privacy

Idee: Glassiquette – Netiquette für Google Glas

Stellen wir uns vor, wir sitzen in einem großen Raum voller Menschen und alle tragen Datenbrillen von Google, Apple, Samsung und zig anderen Firmen. Wie verhalten wir uns?

Lasst uns gemeinsam ein Regelwerk entwerfen, das den Umgang mit dieser Art von Brillen-Mode / -Technik bestimmt. Lasst uns die Diskussion aufnehmen, wie wir ein solches Device nutzen wollen. Die Regeln der Höflichkeit sollten es Gebieten zu Fragen bevor man einen Menschen filmt. Die Regeln der Höflichkeit sollten klären, dass man Menschen nicht in peinlichen Situationen fotografiert. Wie wäre unsere Regelwerk für diese Art des Miteinander? Auf jeden Fall: Sei kein Glasshole!

Das wäre das Thema meiner Blog-Parade für den Monat Mai.
Letzte Beiträge bis zum 31. Mai. Danke!

Warum so eine Blog-Parade von einem Mode-Blog ausgeht und nicht eine Technik- oder Datenschutz-Blog? Des Kaisers neue Kleider…

Ganz ehrlich: Meine Definition von Smart Wear endet nicht an einer „elektronischen Jacke“, Jeans oder einem anderen Kleidungsstück. Sollten wir als neuen Modetrend Kleidung einführen, die auf Knopfdruck transparent wird, dann würden wir im Web auch über diese Art von Technik/Mode sprechen. Gerade ist die Sau, die in der Diskussion durchs Dorf gejagt wird aber die Brille von Google und dessen Mitbewerbern im Data-Goggle-Markt. Für mich eben ein modisches und technisches Thema. Fashion & Hightech.

Disclaimer

Diesen Beitrag verfasste ich vor 4 Tagen und stellte die Zeilen Zeitgesteuert auf Dienstag, den 06. Mai. Seit gestern gibt es bei NBC einen Beitrag zur Glass Etiquette.

Update: 16.10.2013. Mashable greift das Thema auf mit ein paar Regeln für die Nutzung von Google Glass:

Wie sind Eure Gedanken?

Veröffentlicht von

Meine beruflichen Wurzeln als passionierter Smart-Wear-Dandys liegen in der Modewelt: Bekleidungstechnischer Assistent. Seit August 2012 schreibe ich das Blog #WWSW. Follow via Google+, Facebook, @WEwearSMARTwear oder dem persönlichen Twitter-Account.

12 Kommentare

  1. Hallo Gerhard,

    mir fällt dazu jetzt nicht wirklich ein eigener Beitrag ein. Aber ich kann sagen: Ich hätte im Meeting Bedenken, wenn einer so eine Brille aufhat. Er könnte mitfilmen, die Brille könnte aber vielleicht auch gehakt werden – und so ein heimlicher Mitschnitt entstehen.

    Als Begleiter in der Freizeit – sehr gerne. Tolles Teil. Aber wenn nicht gerade mit voller Absicht eine geschäftliche Konferenz aufgezeichnet werden soll (was ja durchaus auch ein Einsatzgebiet statt eines Protokolls wäre), ist mir das zu unsicher und aufdringlich.

    Vielleicht denke ich in ein paar Jahren aber anders darüber, weil wir uns alle daran gewöhnt haben. Weiß ich heute nicht. Daher kann das nur eine Momentmeinung sein…

    Antworten

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  3. Pingback: Google Glass: Stasi-Brille oder nützlicher Assistent? Ausblick auf meine morgige Kolumne | Ich sag mal

    • Hallo Jürgen,

      ich grabe jetzt TIEF in der Kiste… Klar gibt es Technologien, die keinen Erfolg hatten. Leute mit einer Kanone zum Mond zu befördern hörte sich bei Jule Verne toll an. 😉

      Es ist weniger ein technologisches Problem, was Du ansprichst, als die Menschen „haben ein Problem mit der Technik“. Erinnert mich an die Zeit, als Leute sagten, kein Zug dürfe schneller als 40 Km/h fahren, denn sonst würde die Menschen im Zug sterben. Gerüchte – Gerüchte…

      Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob es dieses Buch hier war (Sascha Lobo und Fr. Passig) http://www.amazon.de/Internet-Segen-Fluch-inklusive-E-Book/dp/3871347558 in dem auf das Hui-Pfui-Prinzip eingegangen wird, aber wir Menschen neigen dazu. Siehe Deine eigenen ersten Zeilen zu dem Thema im Rahmen meiner ersten Blog-Parade: http://www.happybuddha1975.de/ifihadglass/

      Und bei allen Menschen, die „Angst vor dem unbemerkten Filmen via Google Glass haben“, in diesem Beitrag kann man schön nachlesen, das es kein Unbemerktes Filmen mit der Brille gibt: http://www.focus.de/digital/internet/google/tid-31202/web-wirtschaft-mein-tag-mit-google-brille_aid_986816.html Die Dame beschreibt klar, das die Filmaufnahme sich in der Brille / dem Prisma spiegelt.

      Zu dem ganzen Thema: http://www.wewearsmartwear.de/2013/05/mit-der-sonnenbrille-filmen-videobrille-hd/

      Und über den Nutzen von einer solchen Brille lässt sich wunderbar Diskutieren. Ebenso wie über den Nutzen von Handys, Geschirrspüler und vielen anderen Geräten.

      Ja, die Brille ist sogar nur eine weitere Brückentechnologie!

      War das Thema einer Diskussion bei Facebook. Klar, ich brauche mir keine Brille kaufen. Ist ja nur eine mehr oder weniger stylische Brückentechnologie. War auch schon der Walkman, der CD-Spieler und das Smartphone. Alles, bis zum Stecker direkt in meinen Kopf rein (Cyberspace) ist eine Brückentechnologie. 😉

      Trotzdem kaufe ich mir alle paar Jahre ein neues Smartphone, Rechner oder auch einen Geschirrspüler. Es geht OHNE… Will ich?

      Update zum Thema „Recht & Google Glass“ als Podcast von RA Thomas Schwenke: http://rechtsanwalt-schwenke.de/google-glass-rechtsbelehrung-folge-6-jura-podcast/

      Danke nochmals, das Du in die Diskussion einsteigst. Reinschauen tun gerade viele in diesen Beitrag, doch es gilt zu sehr die 90-9-1-Regel. Vielleicht bin ich nicht WÜTEND (Vermag keine provokante Formulierung zu finden) genug?

      Herzliche Grüße aus Essen,

      Gerd

      Antworten

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