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If I had Glass – Rückblick auf die umfassende Blog-Parade

Vor gut 4 Wochen startete ich meine Blog-Parade unter dem Titel If I Had Glass. Nachdem nun auch die letzten Beiträge eingetroffen sind fasse ich in diesem Überblick alle Beiträge Zusammen. Meine Art des „Best of“…

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Titelbild meiner neuen Blog-Parade mit Euren
Gedanken zum Thema Google Glass Knigge

Es trafen runde 25 Beiträge ein: Aus Modeblogs, Technikblogs, Gadgetblogs, Agenturen und sogar ein Rechtsanwalt griff das Thema auf. Die gerade im Netz hochkochende Diskussion zum Thema Glassholes vs. Glassiquette gehe ich in der neuen Blog-Parade mit diesem Namen an. Mitmachen gewünscht!

Um die vielen unterschiedlichen Gedanken und Ideen der Blogger in ein paar Kategorien zu fassen, fange ich mit den Mode-Blogs an, gehe weiter zu den Technik-Blogs, schweife in die Arbeitswelt ab und lande dann bei Pro/Contra und dem Thema Recht.

Modewelt

Für Interviews und kurze Mitschnitte wäre das Videodrehen optimal. (…) Fotos von Erlebnissen würde ich schießen und hochladen. Ich wäre noch stärker On/Offline zeitgleich. Könnte schneller und flexibler teilen. Man kann Freunde leichter “mitnehmen” ohne dass sie dabei sind.

Quelle: Conny

Also ich finde diese Brille super nützlich! Man hat immer eine Kamera auf der Nase, muss nicht erst die Tasche durchwühlen – keine Klischees, aber ich bin eine Frau, meine Tasche ist ein schwarzes Loch.

Quelle:  Nina

Ich kann mir beim Stricken so eine Technik-Brille sehr gut vorstellen. Ich würde mich sogar direkt an den Rechner setzen und eine App schreiben wollen bei der man sich Strickanleitungen vorlesen oder anzeigen lassen kann. So stricke ich, sage “nächste Reihe” und mir wird angezeigt wie ich in der nächsten Reihe Maschen zu- oder abnehmen muss. Klar, kann man immer und überall seine Zettel, Bücher und Zeitschriften mitnehmen, aber so sitze ich in der U-Bahn, hole mein Strickzeug raus und los geht’s. 

Quelle: Lutz

Er beschreibt auch noch die Idee von Hangouts via Glass als Nachhilfemöglichkeit für Strickanfänger und ein paar weitere Ideen. Ich dachte ich wäre mit dem Blog hier „Strange“, aber Lutz… Top-Blog!

Technikwelt

Die absolute Killer Applikation aus meiner Sicht ist, die Google Glas für Hangout on Air zu verwenden. Egal wo ich bin, wenn sich gerade etwas Interessantes bietet, kann ich dieses Ereignis direkt mit der Brille live übertragen. Bei einer größeren Verbreitung der Brille wäre sogar denkbar eine Veranstaltung in der Art zu übertragen, dass man von einer Google Glas Brille zur nächsten schaltet und so die verschiedenen Perspektiven der Zuschauer oder auch des Vortragenden im Raum einfangen und übertragen kann.

Quelle: Hannes

Eine Anwendungen, die ich relativ attraktiv finde, ist es die Brille für einen Vortrag zu benutzen. Das Display könnte Stichpunkte anzeigen und verbleibende Zeit. Das könnte ganz nützlich sein.

Quelle: Eckhardt

Was mich am meisten an meinem Smartphone nervt ist die Tatsache, dass ich es jedesmal aus der Tasche kramen muss, wenn es vibriert und/oder klingelt. Glass kann mir Messages direkt einblenden und mir das Kontaktbild des Anrufenden auf das Display schicken. Ob ich rangehe kann ich dann immer noch entscheiden, aber ich muss auch dazu das Handy nicht mehr aus der Tasche kramen.

Quelle: Sascha

Meinen Aufruf haben die Fach-Blogs von Junaio / Metaio aufgegriffen und in weitere Szenen getragen. Danke an dieser Stelle auch für die danach folgende Einladung zum Augmented Reality Blogger-Event!

Vermischte Gedanken

Für Leute mit einer Sehschwäche oder -behinderung kann Google Glass ein Ersatz für das natürliche Augenlicht sein, das auf Gefahren aufmerksam macht oder einfach nur eine elektronische Lupe ist oder Texte vorliest.

Quelle: Stefan

The Living Glass Zombie World. Und gegen diesen Virus gibt es kein Heilmittel.

Quelle: Robert

Beim Fernsehgucken nebenbei im Sichtfeld Twitter folgen und Tweets zu der laufenden Sendung sehen, während man entspannt auf der Couch flezt – super! Das wäre sicher gemütlicher als mit dem iPad auf dem Schoß und dem ewigen Hin und Hergucken zwischen Fernseher und iPad-Bildschirm.

Quelle: Katharina

Arbeitswelt

In meinen beruflichen Umfeld (Intensivmedizin) / Rettungsdienst: Hier wäre die „Hände-frei-Option“ eine große Arbeitserleichterung – am Menschen die Patientendaten vor den Augen, Informationen über Patientengeschichte (Vorerkrankungen etc.), Medikamente und Dokumentationen, Telefonieren wird es ja wohl auch können. :) Das könnte eine große Zeitersparnis bedeuten.

Quelle: Sebastian

(Storytelling mit Google Glass:) Spannende Geschichten eben, die sich um die Menschen hinter dem Produkt drehen. Spannende Geschichten für Menschen, deren Kaufentscheidung in erster Linie durch Emotionen und nicht durch rationales Nachdenken über die Produkteigenschaften geprägt ist. Für Menschen, die dazu gehören und Teil haben wollen.

Quelle: Tim

Ja, jetzt wird mir einiges klar: Ich möchte eine Google-Brille haben, um der Hans-Jürgen Wischnewski des 21. Jahrhunderts zu werden. Internationale Verwicklungen? Flugzeugentführungen? Kein Problem: Die Ben-Wisch-Brille aus Mountain View wird die Terroristen der Welt das Fürchten lehren und sie immer daran erinnern: Don’t be evil.

Quelle: Michael

Ja, wenn ich die Brille hätte (…) würde ich sicher einiges mehr an Fotos aus meinem Alltag schießen und vor allem die Funktionen von Google Hangouts deutlich mehr nutzen als derzeit. Auch der Besuch von Events, Vorträgen etc. würde sich bei mir sicher deutlich verändern.

Quelle: Torsten

– Nie mehr überlegen wer mir gerade gegenüber steht
– Nie mehr Handy quälen um zu sehen wo man sich gerade befindet
– Nie mehr Museen besuchen ohne Hintergrundinfos zu gezeigten Kunstwerken zu haben

Quelle: Jürgen

Im Royal Ontario Museum in Toronto zum Beispiel wurden für eine Dinosaurier-Ausstellung die Giganten auf dem Smartphone Display in die Gegenwart geholt – mit Google Glass wäre das Erlebnis noch unmittelbarer gewesen. Das gleiche gilt für die 3D-Architekturmodelle von historischen Bauten, die nicht mehr existieren und Gebäuden, die noch in Planung sind. Diese brachte das Netherlands Architecture Institute in Rotterdam mittels App direkt in den Stadtraum. Die Datenbrille würde an diesen Orten Architektur-Modelle vor das Auge des Nutzers setzten, sodass er die reale und virtuelle Wirklichkeit gleichzeitig sieht.

Quelle: Lisa

Aber mich reizt die Tatsache, die Brille für private oder geschäftliche Dinge nutzen zu können. Hier ist “Reaktionszeit” das Zauberwort. Beispielsweise, wenn es um die ersten Gehversuche meiner kleinen Tochter geht, die auf Video gebannt werden wollen oder einem Kunden beim Telefonat spontan eine gerade entdeckte, potentielle Location für den nächsten Videodreh zu zeigen – und zwar Live.

Quelle: Denis

Was könnte es für die Karriere (3.0) bedeuten, wenn ich vorm Tor eines Unternehmens stehe und Google Glass gibt mir die Infos, die ich brauche?

  • Was macht der Laden eigentlich?
  • Was stellt er her? Was verkauft er?
  • Wieviel Leute arbeiten dort? Und welche?
  • Brauchen die Verstärkung?

Quelle: Lars

…Google Glass zu einem wichtigen Tool für Sozialarbeiter entwickeln oder doch zumindest den Weg bereiten. (…) Schon auf dem Weg vom Auto zur Wohnung des Klienten werden die wichtigsten Informationen aus der Akte eingeblendet, mit Augmented Reality Anwendungen werden Informationen über die Umgebung, die Bewohner, das soziale Milieu und ähnliches angezeigt. Das Gespräch wird aufgezeichnet, in unklaren Situationen steht im Nachhinein nicht Aussage gegen Aussage, stattdessen wird die Video-Aufzeichnung herangezogen. Notizen und Mitschnitte können direkt auf die Server des Trägers übermittelt werden. In kritischen Situationen können sofort Kollegen, Arzt oder Polizei verständigt werden. Das klingt toll… und irgendwie auch ein wenig beängstigend. Dennoch bin ich der Meinung: Die Google Brille ist der Wegbereiter einer neuen Arbeitsweise.

Quelle: Christian

Kritische Stimmen

Auch wenn ich eine ganze Reihe Beiträge als Mode- oder Technik-Blogs zitiert habe, die German Angst ist in vielen dieser  Blogs auch zu lesen. Ich greife hier ein Zitat raus:

Hier verliert der Staat auch ein Stück die Kontrolle. Bzw. die Unternehmen. Denn sobald Technologie verschwindet und genutzt werden kann, um sich zu vernetzen jenseits von Hierarchien und Kontrollmechanismen, verliert der Kontrollierende die Oberhoheit über Information und Wissensaustausch. (…) Bei Google Glass Bedenken wegen des Datenschutzes zu haben ist etwa so albern, wie Videokameras und Photoapparate zu verbieten, weil man mit ihnen ja auch etwas aufnehmen kann. Und dass man die aufgenommenen Daten direkt auswerten kann, das ist auch jetzt schon mit jedem Smartphone möglich. Es geht vielmehr darum, dass bestimmte Ebenen jetzt immer mehr die Kontrolle verlieren darüber, was der Bürger weiß und kann.

Quelle: Uwe

Agenturen

Was mir allerdings fehlt bei den bisher skizzierten Aspekten: Mehr virtuelle Realität. So sehe ich bisher noch keine wirklich Ansätze, die vorhandenen, normal sichtbaren Bilder durch live hineingerechnete Bilder anzureichern – z.B. in dem man ein geplantes Möbelstück in sein Wohnzimmer projizieren oder einen Boxkampf a la Wii im eigenen Garten austragen kann.

Quelle: Stefan, Brandwatch

Aus Mediaagentur-Sicht ist Google Glass für die Reichweiten-Forschung die perfekte Möglichkeit, Informationen über Mediennutzung und Nutzungsdauer noch detaillierter zu erhalten. Ein Inter-Medien-Vergleich wird dadurch endlich effizient möglich.

Quelle: Fredericke, Mindshare Österreich

Rechtliche Lage: Eine Einschätzung zu Google Glass von RA Thomas Schwenke

Ich habe Thomas gebeten sich des Themas anzunehmen, so wie damals bei Hangouts on Air und der Sendelizenz. Er legte los und bisher sind zwei Teile erschienen. Am MIttwoch folgt ein Beitrag für sein Podcast-Projekt und sicher ist das Thema für Thomas noch nicht beendet: Die 10 Risiken von Google Glass.

Das waren die Gedanken meiner Blog-Leser zum Thema Google Glass. Weitere Ideen treffen schon ein zur neuen Blog-Parade, zu der ich hiermit einlade: Glassiquette vs. Glasshole – der Google Glass Knigge.

Veröffentlicht von

Meine beruflichen Wurzeln als passionierter Smart-Wear-Dandys liegen in der Modewelt: Bekleidungstechnischer Assistent. Seit August 2012 schreibe ich das Blog #WWSW. Follow via Google+, Facebook, @WEwearSMARTwear oder dem persönlichen Twitter-Account.

2 Kommentare

  1. Hahaha. Danke für die Blumen. Also, wenn Du mal Nachhilfe im Stricken brauchst – melde Dich.

    Sehr schöne Beiträge sind da ja zusammengekommen und das gleich aus so vielen verschiedenen Ecken. Top!

    Antworten

  2. Pingback: Meine 18 Kalenderwoche › HappyBuddha

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